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So funktioniert ein Doppeltarifzähler

Wer beim Strom zwischen Hoch- und Niedertarif unterscheidet, der benötigt einen Doppeltarifzähler.  Meist ist das der Fall, wenn zum Beispiel Nachtspeicheröfen oder Wärmepumpen zum Einsatz kommen. Jedoch wird der Doppeltarifzähler mittlerweile meist durch deutlich modernere Geräte ersetzt.

 

Strommast © Gina Sanders / Fotolia

 

 

Energieversorgungsunternehmen, die Hochtarif-/Niedertarif-Strom (HT-/NT-Strom) anbieten, erfassen den Stromverbrauch oftmals mit einem sogenannten Doppeltarifzähler. Dieser ist mit zwei Zählwerken ausgestattet, die den Verbrauch separat aufzeichnen. So können die beiden gebuchten Tarife zu einem jeweils eigenen Kilowattpreis abgerechnet werden.

Die Abrechnung erfolgt tagsüber zum Hochtarif, nachts gilt der günstigere Niedertarif. Der eine Zähler wird dann zu einer bestimmten Uhrzeit an- und der andere abgeschaltet. Meist bieten die Energieversorgungsunternehmen den Niedertarif zwischen 22 und 6 Uhr an. Zwischen den Zählern muss nicht manuell umgeschaltet werden – das passiert beim Doppeltarifzähler durch Rundsteuertechnik automatisch.

 

 

Beleuchtetes Fabrikgelände bei Nacht © Ewald Fröch / Fotolia

 

 

 

Warum Doppeltarifzähler?

Entwickelt wurde der Doppeltarifzähler bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ziel war es, die Nutzung von Strom zum Hochtarif und zum Niedertarif zu messen.

Früher wurde zwar tagsüber viel Strom benötigt, nachts jedoch war der Stromverbrauch vergleichsweise gering. Weil die Kraftwerke aber in den Nachtstunden nicht einfach abgeschaltet werden konnten, suchte man nach einer Möglichkeit, die Stromnutzung in den Randzeiten zu steigern.

Die Lösung lag in der Einführung von HT-/NT-Strom. Dieser ermöglichte es, in den Nachtstunden deutlich günstiger Strom zu beziehen als zur Hochstrom-Zeit. Aufgrund der enormen Preisdifferenz zwischen Hoch- und Niedertarif in den 1970er Jahren konnten besonders Unternehmen, die ihre Maschinen nachts betrieben, auf diese Weise deutlich sparen.

Da viele Privat- und Gewerbekunden den praktischen Niedertarif nutzten, wurden die Stromnetze gleichmäßiger ausgelastet. Um den Stromverbrauch in beiden Zeiträumen zu messen und anhand der verschiedenen Tarife zu berechnen, wurde der Doppeltarifzähler verwendet.

 

 

Schwarzer Doppeltarifzähler © Wellnhofer Designs / Fotolia

 

 

Lohnt sich der Doppeltarifzähler?

Heizstrom war damals topmodern und galt als praktische Alternative zum Heizen mit Holz, Öl, Gas oder Kohle. Unternehmen, in denen Wärmepumpen und Nachtstromheizungen betrieben wurden, ließen deshalb oft nach HT-/NT-Strom abrechnen. Heute unterscheiden sich HT- und NT-Strom preislich kaum noch voneinander, das Heizen mit Nachtspeicheröfen gilt als unrentabel. Wer jedoch immer noch solche alten Öfen besitzt, könnte von der Messung durch einen Doppeltarifzähler profitieren.

Für Unternehmen besteht ein Vorteil des Doppeltarifzählers darin, dass sie genau sehen können, wie viel Strom sie zum Hochtarif und zum Niedertarif verbrauchen. Mit diesem Wissen können sie ihre Stromgewohnheiten überprüfen und gegebenenfalls ändern. Ist der Energieumsatz in den Nachtstunden höher als in der Hochstrom-Zeit? Und wenn nicht, besteht die Möglichkeit, einen Teil des Stromverbrauchs in einen Zeitraum zu legen, in dem der Niedertarif gilt? Wem eine solche Umstellung nicht möglich ist, für den lohnt sich HT-/NT-Strom vermutlich nicht.

Zu beachten ist auch, dass bei einem Doppeltarifzähler meist höhere Gebühren und Anschaffungskosten anfallen. Viele Anbieter begründen das mit dem höheren Aufwand beim Ablesen von Zählerständen. Wer einen Doppeltarifzähler besitzt und zu einem anderen Anbieter wechseln möchte, kann dies für gewöhnlich problemlos tun, sollte jedoch bedenken, dass HT-/NT-Strom in der Regel von lokalen Energieversorgungsunternehmen angeboten wird. Einen solchen Spezialtarif gibt es allerdings nicht bei jedem Stromversorger, was bedeutet, dass der gesamte Stromverbrauch zum Hochtarif berechnet wird.

 

Der Doppeltarifzähler – ein Auslaufmodell?

Mittlerweile werden Doppeltarifzähler und auch einfache Stromzähler immer häufiger von sogenannten Smart Metern abgelöst. Seit 2017 ist der Einbau dieser intelligenten Stromzähler für gewerbliche Kunden, die einen Stromverbrauch von über 10.000 Kilowattstunden im Jahr haben, sogar Pflicht. Darüber hinaus ist geplant, ab 2020 bei allen Verbrauchern mit über 6.000 Kilowattstunden pro Jahr ein Smart Meter zu verbauen. Das Ziel ist, bis 2032 in Deutschland keine alten Stromzähler mehr zu verwenden.

Per Smart Meter kann der Stromverbrauch intelligent gesteuert und auch aus der Ferne abgelesen werden. Das manuelle Ablesen des Zählerstandes wird somit überflüssig. Durch die digitalen Zähler wird der Strom sogar minutengenau erfasst und abgerechnet. Im Gegensatz zu herkömmlichen Stromzählern können die Smart Meter den Verbrauch ganz bestimmten Geräten zuordnen und so eine genaue Verbrauchsanalyse erstellen. So können Kunden ihren Stromverbrauch besser kontrollieren und im Idealfall sogar verringern.

Topics: Allgemein

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