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Nachtstrom – rentabel für Unternehmen?

Der ehemals gute Ruf des in den 60er-/70er-Jahren beliebten Nachtstroms hat im Laufe der letzten Jahrzehnte in Deutschland gelitten. Für viele Privatkunden sind Tarife für Nachtstrom nicht mehr rentabel. Doch gilt das auch für Gewerbekunden?

 

Beleuchtete Landebahn bei Nacht © lassedesignen / Fotolia

 

 

Nachtstrom galt lange Zeit als besonders fortschrittlich. Bis 2007 gingen damit sogar steuerliche Vorteile einher. Viele Haushalte profitierten von dem preiswerten Strom während der Nachtstunden, indem sie sogenannte Nachtspeicherheizungen einbauen ließen. Heute sind diese oftmals nicht mehr rentabel, lediglich 1,5 Millionen Haushalte in Deutschland heizen noch damit. Der Nachtstrom kämpft mit einem Imageschaden – nicht immer zu Recht. Für Unternehmen gilt: Vergleichen Sie die verschiedenen Nachtstromanbieter unter Berücksichtigung der eigenen Stromgewohnheiten – ein Wechsel könnte sich lohnen.

 

Nachtspeicherheizungen – ein Relikt aus den 70er-Jahren?

Die Idee, den Strom nachts zu besonders günstigen Preisen anzubieten, entstand aus den Interessen der Kohle- und Kernkraftwerke. Naturgemäß war die Nachfrage nach Strom nachts deutlich schwächer als tagsüber. Um trotzdem rund um die Uhr eine gleichmäßige Auslastung der Kraftwerke gewährleisten zu können, wurden in den 1950er-Jahren die sogenannten Nachtstromtarife eingeführt. In den 60er- und 70er-Jahren waren die davon profitierenden Nachtspeicherheizungen besonders beliebt. Diese werden nachts mit Strom aufgeladen und geben ihn im Laufe des nächsten Tages in Form von Wärme wieder ab. Neue Geräte wurden sogar bis Ende der 80er-Jahre installiert, obwohl schon bald eine Angleichung der Tag- und Nachtstrompreise stattfand. Da der Preis für Nachtstrom schneller stieg als der für Tagstrom, relativierte sich der Preisvorteil der Nachtstromheizungen. Nachtstromtarife verloren an Beliebtheit. Darüber hinaus veränderten sich die Konsumgewohnheiten: Durch das nächtliche Aufladen von Smartphones und Tablets oder Geräte im Standby-Modus wird heute nachts deutlich mehr Strom verbraucht als noch vor 30 Jahren. Aufgrund dieser Annäherung des Stromverbrauchs am Tag und in der Nacht haben Nachtstromtarife heute auch aus Sicht der Stromanbieter eine niedrigere Priorität.

 

 

Handy lädt bei Nacht mit Nachtstrom © alswart / Fotolia

 

 

In Anbetracht dieser Entwicklung und der hohen CO2-Emissionen der Nachtspeicherheizungen gelten diese heute als umweltschädlich und unrentabel. Von vielen Seiten werden sie stark kritisiert. Bis 2010 förderte die KfW-Bank die Entsorgung von Nachtspeicherheizungen sogar durch einen finanziellen Zuschuss. Ein durch den Bundestag erlassenes Verbot des Betriebs von Nachtspeicheröfen nach dem Jahr 2019 wurde jedoch wieder außer Kraft gesetzt.

 

Hat Nachtstrom einen Mehrwert für Unternehmen?

Falls Sie einen Wechsel zu einem Nachtstromanbieter in Betracht ziehen, sollten Sie die Vor- und Nachteile eines solchen Tarifs sorgfältig gegeneinander abwägen.

Deshalb ist das reine Heizen mit Nachtstrom oft unrentabel und unpraktisch:

  • Der Co2-Ausstoß von Nachtspeicherheizungen ist um ein Vielfaches höher als bei Öl- oder Gasheizungen
  • Nur ein Bruchteil der gespeicherten Energie kann in Wärme umgewandelt werden, der Rest geht verloren
  • Der Speicherkern im Inneren des Ofens kann Temperaturen von bis zu 650 Grad erreichen und sollte möglichst frei im Raum stehen, um das Brandrisiko zu verringern
  • Die Wärmeabgabe wird oftmals durch ein Gebläse beschleunigt, welches störende Geräusche verursachen kann
  • Für Tag- und Nachtstrom werden unterschiedliche Zähler benötigt, für die jeweils eine Grundgebühr anfällt

 

Dennoch könnte sich der Wechsel für Gewerbekunden, die mit Nachtstrom nicht nur heizen möchten, lohnen. Dies trifft beispielsweise auf folgende Arten von Unternehmen zu:

  • Unternehmen, die auf Maschinen mit hohem Stromverbrauch angewiesen sind (zum Beispiel in der Chemie- oder Metallindustrie)
  • 24-Stunden-Betriebe, wie beispielsweise Kühlhäuser, oder Betriebe mit fortlaufender Produktion

 

In jedem Fall sollten Sie Ihren Stromverbrauch genau berechnen und die Zeiten, in denen der Hauptverbrauch stattfindet, ermitteln. Diese Informationen sind unverzichtbar, um herauszufinden, ob sich ein Wechsel für Ihr Unternehmen lohnt.

 

 

Stromsparen und Standby abschalten © grapestock / Fotolia

 

 

Wann sind die Nachtstrom-Zeiten?

Da Strom heute einer der teuersten Energielieferanten ist, sollten Sie Anbieter vergleichen und sich für den entscheiden, der Ihnen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Aufgrund der abnehmenden Beliebtheit des Nachtstroms ist es für Stromversorger heutzutage verhältnismäßig riskant, Nachtstromtarife anzubieten. Aus diesem Grund ist die Auswahl deutlich geringer als bei regulären Tarifen. Nichtsdestotrotz wächst sie. Statt sich auf lokale Stromanbieter beschränken zu müssen, können Nachtstrom-Interessenten heute zwischen verschiedenen alternativen Anbietern wählen.
Gründlich zu recherchieren und die Preise zu vergleichen lohnt sich auch in Bezug auf die Nachtstrom-Zeiten. Oft dauert die sogenannte Niedertarifzeit von 22 – 6 Uhr, sie kann jedoch variieren. So ist je nach Anbieter manchmal auch am Wochenende der Strom günstiger. Auch der Preisunterschied zum Tagstrom ist von Tarif zu Tarif unterschiedlich. Der Tarifvergleich mit e.less berücksichtigt individuelle Verbrauchercharakteristiken – so finden Sie mit wenigen Schritten das passende Angebot für Ihr Unternehmen.

 

Interessieren Sie sich für einen Stromanbieterwechsel? Vergleichen Sie jetzt Stromanbieter für ihr Gewerbe.

Topics: Strom

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